Innenarchitekt Zeichnung

Innenarchitekten: Was können Sie wirklich?

So manch einer, der sich seine neue Wohnung oder sein Haus neu einrichten möchte, ist kein Freund von IKEA oder anderen Billiganbietern. Er möchte eine Wohnung, die perfekt auf ihn zugeschnitten ist und einfach zum Verweilen einlädt. Und was liegt da näher, als einen Fremden mit der Einrichtung seiner Wohnung zu beauftragen? Einfach irgendjemanden von der Straße aussuchen oder in den gelben Seiten nachschauen, wirkt allerdings für viele Außenstehende befremdlich. Sie erwarten, dass ein echter Profi sich der Sache annimmt.

Moment: Ein Profi zur Einrichtung der eigenen Wohnung, gibt es so etwas überhaupt? Und wenn ja, ist er bezahlbar? Was kann ein Innenarchitekt eigentlich, und an welchen Stellen des Hauses setzt er an – wird etwa zuerst die Küche neu eingerichtet, um dann Wohnraum, Schlafzimmer und Bad farblich anzupassen, oder wie genau ist hier die Vorgehensweise?

Um das zu beantworten, haben wir uns einmal damit beschäftigt, was so eine Wohnung überhaupt braucht, und wann genau sich die Bewohner gut und „heimisch“ fühlen.

Als erstes sind natürlich, wie oben bereits angedeutet, die Farben wichtig. Wer eine gelbe Wohnung auf den Tod nicht ausstehen kann, aber das Meer liebt, der wird sich sicherlich mit einer blauen Wandfarbe deutlich mehr anfreunden können. Doch beschränkt sich Farbgebung ja nicht nur auf Wände, sondern auch auf Möbel.

Ein Anfänger wäre hier überfordert. Passen etwa blaue Stühle zu einer blauen Tapete, oder sollte hier doch mehr mit den verschiedenen Grautönen experimentiert werden, die sich im Baumarkt finden lassen? Welche Farben beißen sich, und welche harmonieren einfach perfekt, sodass jeder Gast staunend die eigenen vier Wände betritt und sagt: „Wer ist denn dein Innenarchitekt gewesen? Kannst du mir nicht auch einen Termin bei ihm vereinbaren?“

Ja, solche Erlebnisse machen Kunden von Innenarchitekten häufig. Dagegen sieht es für den gewöhnlichen IKEA-Käufer oft mau aus: In der Theorie hörte sich alles ja so wunderbar an, aber dann passt der Schrank „Eiche rustikal“ doch so gar nicht zu den eigenen Vorstellungen. Wobei Vorstellungen ja gerne einmal trügen: Wer hat noch nie eine Pauschalreise gebucht, um dann festzustellen, dass der Urlaub auf dem eigenen Balkon doch viel besser gewesen wäre als die Türkeireise für nur 99 Euro, inklusive Schrotthotel und schlechtem Essen?

Innenarchitektur: Ein eigener Studiengang

Doch wie vermeidet es ein Innenarchitekt, seinen eigenen Fehleinschätzungen zum Opfer zu fallen wie so viele andere? Man mag es kaum glauben, doch es gibt eigene Studiengänge, die sich nur damit befassen, wie man Wohnraum optimal einrichtet. Unser Beispiel ist nur eines von vielen Themen, die hier in aller Ausführlichkeit behandelt werden. Auch Texturen spielen eine große Rolle: Karomuster und Streifen sind wieder im kommen, und oftmals lassen sich ahnungslose Häuslebauer dazu verleiten, ohne Sinn und Verstand diese in die eigenen Wohnräume zu integrieren.

Ein studierter Innenarchitekt weiß da natürlich genau, wie er die Sache angehen muss. Von der Planung an wird der Kunde mit einbezogen, sodass am Ende das optimale Ergebnis steht, mit dem Sie auch noch viele Jahre später zufrieden sein werden.

Oder aber, sie sind längst süchtig geworden und wollen gleich die nächste Designänderung in Auftrag geben. Wir wünschen gute Unterhaltung und ein tolles Wohnerlebnis in ihrer nagelneu ausgestatteten Wohnung oder dem eigenen Haus! Als Bonustipp können wir nur raten, sich ein wenig Geld beiseite zu legen und dann einen renommierten Fachmann statt eines beliebigen Innenarchitekten zu wählen: Es lohnt sich!